Offener Brief an Ministerin Hendricks, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

 

 

Sehr geehrte Frau Ministerin,

vorweg, ich bin kein Landwirt sondern Verbraucher der von einer Umwelt profitiert die durch die harte Arbeit von tausenden kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben maßgeblich geprägt und gepflegt wird.

 

Umso entsetzter bin ich über die „Schüttelreime“ aus ihrem Hause, die in der Tat zum Schütteln animieren. Hierbei stellt sich die Frage was stärker schüttelt, der Kopf oder der Körper, ob des geistigen Niveaus des Autors der Zeilen nebst dem Verantwortlichen.

 

Ich bin, wie die meisten Verbraucher auch, gegen die Auswüchse einer Agrarindustrie (wobei dieser Begriff nicht einheitlich definiert ist), deren Folgen wir in Teilen auf deutschen Äckern und in den Medien sehen. Hier werden in der Tat ackerbauliche Fähigkeiten durch massiv schädigenden Einsatz von chemischen Hilfsmitteln ausgeglichen um Massenproduktion zu ermöglichen. Wir sollten aber den Focus nicht ausschließlich auf diesen, nicht repräsentativen Auswuchs der Landwirtschaft lenken und diese Form des Wirtschaftens auf die restlichen 95% der Betriebe übertragen.

 

Ich bin selten einer Meinung mit ihrem werten Kollegen Landwirtschaftsminister Schmidt, aber in diesem Fall muss ich ihm beipflichten, denn ihre Verse verprellen den einzig uns noch verbleibenden Verbündeten, der uns verbleibt im Kampf gegen die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, den noch verbleibenden Familienbetrieben, die sich dem Motto „Wachse oder Weiche“ der letzten Jahrzehnte bislang widersetzt haben. Diese haben nicht unseren Kritik, sondern unsere Hochachtung und unseren Dank verdient und nicht die von Ihnen herausgegebene Verunglimpfung, die dem Zitat von Loriot

 

Der beste Platz für einen Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.

 neue Bedeutung verleiht.

Geräuschlos wäre hier die bessere Option gewesen, denn neben der Kritik aus den Reihen der Verbraucher stehen viele landwirtschaftlichen Betriebe in direkter Konkurrenz um verbleibende Flächen, denn trotz aller anderslautenden Pläne aus ihrem Hause liegt der Flächenverbrauch noch erheblich über dem Maß, was als vereinbart galt und ich behaupte ein Supermarktparkplatz ist nicht umweltfreundlicher als ein konventioneller Acker. Ersterer zerschneidet Biotope und zerstört Lebensraum!

Wenn Sie es ernst meinen mit Umweltschutz und einem Stopp des weiteren Rückganges der Artenvielfalt, dann setzen Sie sich aktiv für den Erhalt der landwirtschaftlichen Vielfalt ein!

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Oberländer

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